Reflextherapie: Reflextherapie nach KinFlex, Riggisberg

Reflextherapie nach KinFlex® 

Die KinFlex® Kinesiologische Reflextherapie - vereint verschiedene Behandlungsformen mit langjähriger Praxiserfahrung zu einer effektiven Therapieform. Sie entstresst und zentriert körperliche sowie emotionale Symptome, die während der frühkindlichen Reflexentwicklung entstehen können.

Reflextherapie als Fundament für den Therapieerfolg

Häufig wird die Reflextherapie zum entscheidenden Puzzleteil, wenn andere Unterstützungen wie Ergotherapie, Psychomotorik oder Logopädie nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Stellen Sie sich das Nervensystem wie das Fundament eines Hauses vor: Sind die frühkindlichen Reflexe noch aktiv, steht das System unter Dauerstress. Jede weitere Förderung muss gegen diesen inneren Widerstand anarbeiten. Erst wenn wir das Fundament durch das Bearbeiten der Reflexe stabilisieren, können andere Therapien, schulisches Lernen und die persönliche Entwicklung viel leichter und nachhaltiger greifen.

Frühkindliche Reflexe 

Frühkindliche Reflexe lösen unsere ersten Bewegungen im Mutterleib durch äussere Reize aus. Sie sind unwillkürlich, automatisch und bei jedem Menschen gleich. Reflexbewegungen unterstützen bereits im Embryonalalter das Wachstum, die Nerven- und Muskelentwicklung und später auch den Geburtsvorgang. In den späteren Lebensmonaten sind Reflexe massgeblich am Aufrichtungsprozess beteiligt.

Hand in Hand mit den Reflexen entwickeln sich Sehen, Hören, Fühlen, Denken, Handeln, Gleichgewicht, Koordination und Wahrnehmung. Spätestens nach dreieinhalb Jahren sollten alle frühkindlichen Reflexbewegungsmuster harmonisiert sein. Denn erst dann werden Bewegungen  willentlich ausgeführt und sind nicht mehr die Antwort auf einen äußeren Reiz.

Dieser Reifungsprozess kann durch äussere Faktoren vor, während und auch nach der Geburt gestört werden. Dazu zählen z.B. Abweichungen vom natürlichen Geburtsvorgang, Krankheit, emotionaler Stress der Eltern oder das Nichtdurchlaufen wichtiger Entwicklungsschritte. Solche Störungen können dazu führen, dass frühkindliche Reflexbewegungsmuster weiterhin präsent sind, was sowohl unsere körperlichen als auch emotionalen Bewegungsmuster beeinträchtigen können.

Reflextherapie: Reflextherapie nach KinFlex, Riggisberg, Kanton Bern

Mögliche Hinweise auf noch aktive frühkindliche Bewegungsmuster

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Geringe Stresstoleranz / hohe Sensibilität
  • Ängste / Unsicherheiten
  • Mangelnde Selbstwahrnehmung und Selbstregulierung
  • Herausforderungen im Schulalltag (Mühe ruhig zu sitzen, leicht ablenkbar, verkrampfte Stifthaltung, Probleme beim Schreiben, Lesen etc.)
  • Herausforderung im Familienalltag (schlecht zuhören, impulsiv, unordentlich, schusselig etc.)
  • Herausforderung in Bewegungsmustern (Mühe Schwimmen zu lernen, Umgang mit Messer und Gabel fällt schwer, Löcher im Socken am grossen Zeh, Zehenspitzengang, W-Sitz, Überstrecken von Knie oder Ellbogen etc.)
  • Schlechte Raumwahrnehmung / Koordinationsprobleme
  • Mangelnde Blasenkontrolle (auch nach dem 5. Lebensjahr)

Was ist möglich?

Reflextherapie nach KinFlex, Kanton Bern, Riggisberg
  • Ein entspannteres Leben
  • Emotionale Stabilität
  • Motivation
  • Mit Veränderungen umgehen können
  • Fokus & Konzentration
  • Selbstbewusstsein
  • Gleichgewicht & Koordination
  • Erfolgserlebnisse beim Lesen, Schreiben & Rechnen

 

 

Der Unterschied zu herkömmlichen Methoden

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden geht es bei der Reflextherapie nach KinFlex® nicht darum, Reflexe durch ständiges Wiederholen von Übungen zu „integrieren“.

Sanft und nachhaltig:

  • Entstressen: Wir spüren die gestressten Reflexmuster auf und lösen die Blockaden im Nervensystem.
  • Nachreifen: Sobald der Stress gelöst ist, darf der Reflex in seinem eigenen, individuellen Tempo nachreifen.
  • Zentrieren: Das System findet zurück in sein natürliches Gleichgewicht.

In der Regel reichen 3 bis 5 Sitzungen aus, um das gesamte System zu entstressen und die Basis für mehr Leichtigkeit im Alltag zu schaffen.

Der erste Schritt - kostenloser Selbsttest

Möchten Sie wissen, ob gestresste Reflexe hinter Ihren Themen oder denen Ihres Kindes stecken?

Nutzen Sie die Fragebögen für eine erste Einschätzung: Bei mindestens 5 Ja-Antworten ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Reflextherapie eine grosse Entlastung bringen kann.

Fragebogen zum Kind

Fragebogen zum Erwachsenen

Die KinFlex® Reflextherapie ist eine Therapie im nicht medizinischen Bereich. Während der Schwangerschaft darf keine Reflextherapie durchgeführt werden. 

Häufige Fragen / Gut zu wissen

Ab welchem Alter ist KinFlex® sinnvoll?

Die Reflextherapie nach KinFlex® erfordert, dass das Kind einfache Anweisungen verstehen und motorisch umsetzen kann. In der Regel ist dies ab ca. 5 Jahren gut möglich.

Was ist mit jüngeren Kindern?

Bei Kindern unter 5 Jahren ist das Nervensystem noch sehr stark mit dem der Eltern (insbesondere der Mutter) gekoppelt. In diesem Alter erweist sich die Arbeit über die Bezugspersonen oft als weitaus wirkungsvoller und sanfter.

Der Vorteil: 

Wir entstressen das System des Kindes indirekt über Sie als Elternteil. Das Kind muss nicht stillsitzen oder Übungen machen, sondern profitiert von der Regulation, die wir gemeinsam erarbeiten.

Kann die Reflextherapie bei logopädischen Herausforderungen helfen?

Ja, absolut. In der ganzheitlichen Entwicklung gibt es selten nur einen einzigen Grund für Abweichungen, aber die körperlichen Fundamente spielen eine entscheidende Rolle für unsere Sprache.

Zwei Reflexgruppen sind hierbei besonders wichtig:

  • Such- und Saugreflex: Diese bilden die direkte muskuläre Grundlage für die Beweglichkeit von Mund, Lippen und Zunge. Ist dieser Bereich noch gestresst, fällt eine deutliche Artikulation schwer.

  • Tonischer Labyrinthreflex (TLR rückwärts): Er beeinflusst die gesamte Körperstatik und die Raum-Lage-Wahrnehmung, was indirekt die korrekte Lautbildung und das Sprachverständnis steuert.

Die Reflextherapie als Ergänzung zur Logopädie

Wenn diese Reflexe durch KinFlex® entstresst werden, darf die Mundmotorik nachreifen. Das Kind gewinnt an muskulärer Kontrolle und Leichtigkeit. Eine undeutliche Sprache kann sich dadurch oft signifikant verbessern, da die logopädischen Übungen nun auf einem stabilen, entspannten Fundament aufbauen können.

Warum KinFlex® bei AD(H)S-Symptomen oft der Schlüssel ist

Bei Kindern mit AD(H)S-Symptomen beobachten wir häufig, dass das Nervensystem in einem permanenten Flucht- oder Kampfmodus feststeckt. Das liegt meist an noch aktiven Stress-Schutzreflexen, die wie eine "Dauer-Alarmanlage" im Hintergrund feuern.

  1. Der Fluchtmodus blockiert das Denken

Wenn das Stammhirn (unser Überlebenszentrum) auf Hochtouren läuft, wird der Cortex (unser Verstand) weniger versorgt. Konzentration, Planung und logisches Handeln sind in diesem Zustand physiologisch kaum möglich. Das Kind kann Unwichtiges nicht mehr filtern – jedes Geräusch wird zur Ablenkung.

  1. Der ATNR: Die "unsichtbare Fessel" beim Lernen

Besonders der ATNR (Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex) spielt hier eine grosse Rolle. Ist dieser Reflex noch gestresst, löst jede Kopfbewegung – zum Beispiel der Blick von der Tafel zum Heft – einen unwillkürlichen Impuls in den Armen und Beinen aus.

  • Körperliche Unruhe: Das Kind muss diesen Impuls ständig mit purer Willenskraft unterdrücken, um ruhig zu sitzen. Das wirkt nach aussen wie Zappeligkeit oder Konzentrationsmangel, ist aber in Wahrheit Schwerstarbeit für das Nervensystem.
  • Schreibblockaden: Da der Arm gegen den Nackenimpuls ankämpft, verkrampft die Hand, das Schriftbild leidet und die Zeilen rutschen weg.
  1. Der Spinaler Galant: Die Ursache für "Zappelphilippe"

Ist dieser Reflex am Rücken noch aktiv, reagiert das Kind extrem empfindlich auf Berührungen (wie den Hosenbund oder das Stuhlbein). Das Kind muss sich bewegen, um diesen Reiz zu verarbeiten – ein Stillsitzen ist unter diesen Umständen kaum möglich.

Die Lösung durch Entstressung

Durch die Reflextherapie nach KinFlex® helfen wir dem Nervensystem, aus diesem Überlebensmodus auszusteigen. Sobald diese "Sicherungen" entstresst sind:

  • Findet das Kind in eine innere Zentrierung.
  • Wird die Energie frei, die vorher für das Unterdrücken der Reflexe verbraucht wurde.
  • Werden Fokus und Konzentration wieder natürlich möglich, weil der Körper nicht mehr gegen sich selbst kämpft.

Legasthenie & Dyskalkulie: Wenn die Orientierung im Körper fehlt

Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwierigkeiten haben ihre Ursache oft tief im Nervensystem. Damit ein Kind Buchstaben und Zahlen korrekt verarbeiten kann, benötigt es ein stabiles Gefühl für Oben, Unten, Rechts und Links.

Der Einfluss des Tonischen Labyrinth-Reflexes (TLR)

Der TLR ist massgeblich für unser Gleichgewicht und unsere Orientierung im Raum zuständig. Ist dieser Reflex noch gestresst, fehlt dem Kind das „innere Koordinatensystem“. Dies hat direkte Auswirkungen auf das Lernen:

  • Orientierung im Raum & auf dem Papier: Das Kind hat Mühe, Distanzen und Grössen einzuschätzen. Was auf dem Spielplatz als Koordinationsproblem auffällt, zeigt sich im Heft als Schwierigkeit, Zahlenreihen oder Buchstabenabstände einzuhalten.
  • Logische Reihenfolgen: Wenn die innere Orientierung wackelt, fällt es schwer, Abfolgen einzuhalten. Das Kind verdreht Zahlen (z.B. 21 statt 12) oder Buchstaben (Spiegelschrift), da das Gehirn nicht sicher weiss, wo „vorne“ und „hinten“ im Wort ist.
  • Ordnung & Struktur: Betroffene Kinder wirken oft chaotisch, weil sie Mühe haben, sich selbst und ihre Materialien im Raum zu organisieren.

ATNR & STNR: Die Helfer beim Lesen und Schreiben

Zusätzlich erschweren zwei weitere Reflexe den Schulalltag:

  • ATNR: Wenn die Augen nicht flüssig über die Mittellinie gleiten können, verliert das Kind beim Lesen ständig die Zeile oder lässt Wörter aus.
  • STNR: Er macht das Abschreiben von der Tafel zur Qual. Jedes Mal, wenn der Kopf sich hebt oder senkt, möchte der Körper die Haltung ändern. Das Kind verliert den Fokus und macht Flüchtigkeitsfehler.

​​Befreiung durch Reflextherapie

Durch KinFlex® entstressen wir diese Bewegungsmuster. Sobald der TLR und die Nackenreflexe zentriert sind, findet das Kind seine innere Mitte.

  • Die Orientierung auf dem Papier wird leichter.
  • Buchstaben und Zahlen bleiben an ihrem Platz.
  • Das Gehirn hat wieder Kapazität für den Inhalt des Lernens, statt ständig die eigene Körperposition korrigieren zu müssen.

Wichtige Hinweise für einen optimalen Therapieverlauf

Damit die Reflextherapie ihre volle Wirkung entfalten kann und das Nervensystem Ihres Kindes (oder Ihr eigenes) die nötige Ruhe zur Nachreifung findet, bitte ich Sie um Beachtung folgender Punkte:

Die „Digitale Pause“ (Handy & Co.)

Das Gehirn benötigt vor und nach der Sitzung Raum, um die neuen Impulse zu verarbeiten. Bitte verzichten Sie 30 Minuten vor und 30 Minuten nach der Behandlung konsequent auf die Nutzung von Smartphones, Tablets oder anderen Bildschirmen. Das gilt sowohl für das Kind als auch für die Begleitperson im Wartebereich – schaffen wir gemeinsam eine Zone der Ruhe.

Verzicht auf Zucker 30 Min vor und nach der Sitzung

Zucker wirkt stark stimulierend auf das Nervensystem und kann die Entspannung des Körpers blockieren. Für ein optimales Ergebnis empfehle ich, etwa 30 Minuten vor und nach der Sitzung auf zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke zu verzichten.

Warum ist das wichtig?

Wir möchten dem Nervensystem die Chance geben, ohne äussere Reizüberflutung oder künstliche Energieschübe in die Zentrierung zu finden. Nur in einem ruhigen System kann die Nachreifung der Reflexe nachhaltig geschehen.

Welche frühkindlichen Reflexe gibt es und wie sie sich bemerkbar machen, wenn sie noch aktiv sind